Mechatroniker bei BAADER
Drei Welten in einem Beruf
Tarik Demircik wollte eigentlich Mathe und Physiklehrer werden. Heute ist er Mechatroniker-Azubi bei BAADER in Lübeck. Das Unternehmen entwickelt und fertigt spezialisierte Maschinen und Anlagen für die Fisch-, Geflügel- und Fleischverarbeitung. Den 28-Jährigen begeistert die Vielseitigkeit seiner Ausbildung, die Mechanik, Elektronik und Informatik verbindet. Seine Geschichte zeigt: Manchmal führt ein Umweg genau zum richtigen Ziel.
Zwischen Werkstatt und Monitor
Bei BAADER dauert die Ausbildung zum Mechatroniker 3,5 Jahre. Tarik durchläuft verschiedene Abteilungen, von der Entwicklung über die Qualitätssicherung bis zur Instandhaltung. „Mechatroniker sind Allrounder. Ich kenne mich später sowohl mit Mechanik als auch mit Elektronik und Informatik aus.“
Konkret heißt das: Er programmiert Steuerungen, verdrahtet Schaltschränke und prüft die Funktionalität nach festgelegten Normen. „Kurz gesagt: Ich bin derjenige, der schaut, dass alles an einer Maschine einwandfrei funktioniert.“ Sein Lieblingsbereich ist die Informatik. „Mechanik ist mir manchmal etwas zu schmutzig“, lacht Tarik. „Aber nur mit einem Kaffee am Monitor zu sitzen, wäre mir auch zu langweilig.“ Sein Highlight war ein Projekt, bei dem er einen ausgemusterten Schaltschrank komplett umbauen durfte. „Ich habe Kabel und Module ausgetauscht, einen Motor eingebaut und das Programm dazu geschrieben – das war eine Verbindung aller drei Bereiche. Das hat mich richtig stolz gemacht.“ Den theoretischen Teil der Ausbildung absolviert Tarik als Blockunterricht an der Emil-Possehl-Schule in Lübeck. „Vier Blöcke im Jahr, jeweils drei Wochen. Ich finde das ideal, dann ist der Kopf ganz bei der Schule oder ganz bei der Arbeit.“
Offene Türen und weite Horizonte
Was Tarik besonders schätzt, ist die freundliche Atmosphäre bei BAADER. „Als ich angefangen habe, war ich etwas unsicher, wie die Kollegen und Kolleginnen auf meine türkische Herkunft reagieren, aber das war absolut kein Thema. Alle sind sehr offen und hilfsbereit. Im Team duzen sich alle, das schafft schnell eine familiäre Stimmung.“ Auch bei Problemen ist stets jemand da, an den er sich wenden kann. „Es wird viel Wert auf Qualität gelegt, dafür ziehen alle an einem Strang.“
Interessant findet Tarik auch die internationale Kundschaft von BAADER. Das Unternehmen stellt unter anderem Maschinen für die Fischverarbeitung her. Diese werden auf Fischfangschiffen installiert und ermöglichen die Bearbeitung direkt an Bord. Sie müssen besonders robust, salzwasser- und korrosionsbeständig sein, um den rauen Bedingungen auf See standzuhalten. Auch ein Montageeinsatz im Ausland reizt ihn: „In Norwegen gibt es große Lachsfarmen, die ihre gesamte Produktionskette bei BAADER bestellen. Kolleginnen und Kollegen fahren ab und zu dorthin, um die Einrichtung vorzunehmen oder die Maschinen zu warten. Ich fände es sehr spannend, in
Zukunft einmal dabei zu sein.“
Verwurzelt im Norden
Auch nach der Arbeit schlägt Tariks Herz für Technik und Informatik. Er spielt leidenschaftlich Online-Games wie League of Legends und hat einen eigenen Moderationsbot für Discord programmiert. „Es macht mir einfach Spaß, kreativ zu sein und Neues auszuprobieren“, bestätigt er. Außerdem ist er ein echter Familienmensch, der nach dem Zwischenstopp in Kiel gerne in seine Heimatstadt Lübeck zurückgekehrt ist. „Meine Freunde und meine große Familie leben hier und ich mag generell die Menschen im Norden. Sie haben Respekt und sind hilfsbereit.“ Auch die Nähe zur Ostsee will er nicht missen: „Das Meer ist meine beste Entspannung. Ein kurzer Ausflug reicht oft, um den Kopf freizukriegen.“ Für die Zukunft hat Tarik noch keine festen Pläne. „Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, nach der Ausbildung bei BAADER zu bleiben. Das Unternehmen investiert viel in die Ausbildung, und ich fühle mich hier richtig wohl.“ Er sieht die dreieinhalb Jahre vor allem als Sprungbrett für weitere Entwicklungen: „Ich möchte immer dazulernen und in meinem Beruf richtig gut werden.“
Jungen Menschen, die sich für den Beruf interessieren, macht er Mut, sich einfach zu bewerben: „Man muss nicht der typische Azubi sein, der schon immer geschraubt hat. Auch Quereinsteiger können mit Neugier und Einsatz viel erreichen.“
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